Dienstag, 21. Juni 2016

Ein Sommernachtsalptraum (21. Juni)













Ich habe – seit ich mich mit dem Rechtswesen  auseinandersetze – öfter die absurde Phantasie einer mächtigen kriminellen Organisation, eines Staates im Staat, ein durch und durch korruptes Syndikat, in dem ein Krimineller den anderen deckt und alle von der unterjochten Masse profitieren, die sie solidarisch parasitieren.
 
Dabei stecken die Ankläger buchstäblich unter einer Decke mit den Richtern (nämlich der des Gerichtsgebäudes) und sind mit diesen austauschbar, ebenso sind die Überwachungsorgane Teile der kriminellen Organisation und dienen nur dazu, den äußeren Anschein der Rechtmäßigkeit zu wahren.
 
Diese kriminelle Organisation ist von Gesetzes wegen mit absoluter Machtbefugnis ausgestattet und darf Menschen verurteilen, verhöhnen, belügen, betrügen, ausrauben, oder wegen Falschparkens einsperren lassen (letzteres aber nur, wenn der Betroffene nachweislich arm ist).
 
Das besonders Kranke an meiner verrückten Vorstellung ist, dass dieses Syndikat sich selbst nicht etwa Unsere Sache, Cosa Nostra, nennt, sondern nach Justitia, der Göttin der Gerechtigkeit. Ihr Tun und Lassen nennt man Recht und Gesetz. Dies setzt dem Ganzen den zynischsten Zug auf, den man sich denken kann.
 
Ich frage mich dann, wie es sein muss, innerhalb eines solchen Justizsyndikats zu agieren, einer Gruppe, für die Recht und Gerechtigkeit nicht gelten, weil alle Mittäter behaupten, das Gesetz zu vertreten, sich gegenseitig decken und gemeinsam hart gegen das Volk vorgehen, um maximalen Gewinn zu erpressen.
 
Wie wäre es, Teil dieses Systems, selbst durch und durch korrupt, ein staatlich befugter und beeideter Schwerstkrimineller mit hohen Ehren und noch höherem Einkommen zu sein?

Doch dann träume ich wachend, wie ich an einem Spiegel vorübergehe, und spüre den unwiderstehlichen Zwang, meinen Blick in den Spiegel zu richten, und sehe im Spiegel anstelle meines Gesichtes meine Seele - und dann! schrecke ich aus meinem schrecklichen Wachtraum auf.
 
Dann denke ich: Sollte es solche Menschen tatsächlich geben – was Gott verhüten möge – und sollte es tatsächlich eine Hölle geben – was ich nicht glauben möchte – ich denke, diese Menschen müssten bereits auf dem Weg dorthin sein – mitten im Leben!

Und sieh Dich ruhig um! Sieh in Ihre Augen.

Dann weißt Du im Inneren schaudernd, dass es sich so verhält.
 

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