Mittwoch, 24. Juni 2015

Zeichen und Wunder

















Damit es nicht heißt, ich würde mich nur beschweren. Wie sich der getreue Leser entsinnen mag, war ich vor etwa zwei Jahren etwas zu schnell gefahren. Die Anonymverfügung war dann an die Adresse meiner Mutter ergangen, statt an meine.

Daraus entwickelte sich ein veritabler Rechtsstreit, der beinahe dazu geführt hätte, dass ich die Bezirkshauptmannschaft samt dem Landesverwaltungsgericht bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hätte. Schlussendlich hatte ich dem Richter mit Gefängnis gedroht, worauf dieser zwei Stunden auf mich eingeredet hatte, um mir die Misslichkeit seiner Lage zu erläutern. Daraufhin hatte ich die Anonymverfügung bezahlt, nicht jedoch die darüber hinausgehenden Kosten. Damit hatte ich gehofft, dass der Fall erledigt sei.

War er nicht. Kürzlich erhielt ich eine Mahnung über den Restbetrag. Daraufhin ließ ich mir einen Termin beim Bezirkshauptmann geben. Ich wollte gerade zu einem längeren Monolog anheben, da meinte dieser nur:

"Bevor wir lange herumreden, vergessen wir das Ganze. Sie haben die Anonymverfügung bezahlt, und wir haben so viele Fehler gemacht, dass ich den Restbetrag auf meine Kappe nehme. Sollten Sie in dieser Sache noch etwas hören, rufen Sie mich bitte gleich an."

Das saß. Es geht ja doch - warum also nicht gleich mit Vernunft an die Sache herangehen? Nur, dass ich nach heutigem Wissensstand gar nichts bezahlt hätte.

Ich hatte mich die ganze Zeit gewundert, warum ich eigentlich zu schnell gefahren war. Mittlerweile weiß ich es - die Ursache war eine widersprüchliche Kundmachung: Auf der linken Straßenseite wird die 50er-Beschränkung aufgehoben, auf der rechten eine 80er-Beschränkung kundgetan.

Wer also keine Augen wie ein Chamäleon hat, dass er während der Fahrt gleichzeitig nach links und rechts schauen kann, und infolge dessen nur das linke Schild sieht, muss also der Meinung sein, dass er 100 fahren darf!

Man lernt eben nie aus - das nächste Mal wird auch in der Sache widersprochen!

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