Mittwoch, 4. Juni 2014

Parkservice: Leben und Freiheit der Linzer nur halb so viel wert wie Parken

Seltsame Blüten treibt die Bürokratie um die Parkraumbewirtschaftung in Linz. Falschparken kostet 30 € – viele Arbeitssuchende müssen täglich mit weniger auskommen. Die Leiterin des Parkservice Linz, Frau Andrea Weingärtner, bestätigt schriftlich, dass Personen, die sich diese Strafe, die mit jedem Gnadengesuch höher wird, nicht leisten können, exekutiert oder inhaftiert werden. Eine Schuld von 50 € entspricht dabei laut Weingärtner 45 Stunden Freiheitsstrafe. Die Freiheit eines Menschen ist in den Augen des Magistrates Linz also gut 1 € pro Stunde wert – die reguläre Parkgebühr beträgt 2 € in der Stunde …

Mit dieser Menschenfeindlichkeit nicht genug, ist die sogenannte Toleranzregelung ein ungeschriebenes Gesetz, an das sich die Behörde nach Belieben hält – oder auch nicht. Wer sich darauf verlässt, kann ein böses Erwachen erleben. Der Arbeitssuchende Rolf S.*: „Wer mit 24 € am Tag auskommen muss, für den ist Parken in Linz inzwischen doppelt so teuer wie seine Existenz. Wer zur Jobsuche ein Auto braucht, erledigt daher vieles in den 10 Minuten Gnadenfrist. Niemand, das Parkservice eingeschlossen (lacht beim Wort Service), kann ihnen aber sagen, wie, wann oder wo diese Frist neu zu laufen beginnt, oder in welchem Gesetz das steht. Die machen das einfach, wie es ihnen gefällt. Wenn Sie mich fragen, ein klassischer Fall von Behördenwillkür."

Während also in Linz Schießereien auf dem Hauptplatz stattfinden, Schlägertrupps im Stadtpark aufmarschieren und die kultursensiblen Teilnehmer mit Samthandschuhen angefasst werden, werden Österreicher, die angeblich (!) ein paar Minuten zu lange geparkt haben und sich die Strafe nicht mehr leisten können, ins Gefängnis geworfen. Für die Behörde ist es dazu nicht einmal erforderlich, eine Rechtsgrundlage vor- oder die Schuld des Betroffenen nachzuweisen. Vom Parksheriff zum Sheriff of Nottingham ist es da wirklich nicht mehr weit …

*Name von der Redaktion geändert

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