Mittwoch, 18. Juni 2014

Justiz anno 1200



Im unteren Post wird eine E-Mail an eine Strafrichterin zu Linz, Frau Dr. Lenz, wiedergegeben. Diese hatte anlässlich eines zuvor geführten Telefonates angegeben, über keine E-Mail-Adresse zu verfügen. Wie sich herausstellte, war das eine glatte und dazu fruchtlose Lüge: das Format vorname.nachname@justiz.gv.at führte mit zur gewünschten Zustellung an Frau Dr. Brigitte Lenz, die dann von deser auch zur Kenntnis genommen wurde.

Das Telefonat spielte sich etwa ab wie folgt:

Sekretärin: Wie kann ich Ihnen helfen?
Ich: Ich bräuchte bitte die E-Mail-Adresse von Frau Dr. Lenz.
S: Worum geht es denn?
I: Es geht darum, dass ich die E-Mail-Adresse von Frau Dr. Lenz bräuchte.
S: Sagen Sie mir bitte die Aktennummer?
I: XYZ-123.
S (sieht nach): Aha, und um was geht es jetzt da?
I: Es geht um die E-Mail-Adresse von Frau Dr. Lenz.
S: Wir haben keine E-Mail-Adresse. Eingaben sind nur per Post oder Fax möglich.
I: Ich habe aber keinen Drucker und kein Fax; ich lebe im 21. Jahrhundert – im Jahr 2013.
S: Bitte warten Sie.
Richterin: Lenz! Um was geht es da?
I: Grüß Gott, es geht um Ihre E-Mail-Adresse für eine schriftliche Eingabe.
R: Eingaben sind nur per Post oder Fax möglich, auch im 13. Jahrhundert.
I: Sie haben also keine E-Mail-Adresse?
R: Nein, selbst im 13. Jahrhundert nicht.
I: Kaum zu fassen. Aber wieso reden Sie dauernd vom 13. Jahrhundert?
R: Weil Sie gesagt haben, dass wir im 13. Jahrhundert leben!
I: Ich habe was gesagt!?
R: Sie haben gesagt, wir leben im 13. Jahrhundert!
I: Nein, das habe ich nicht. Aber selbst wenn ich das gesagt hätte: Wollten Sie mich etwa verspotten?

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